Das Quarter-Horse
Ein Rasseportrait
Freia Schultz-Friese - 03.08.2008: Das Quarter Horse gilt als das Westernpferd schlechthin. Es gilt als der Inbegriff der Westernreiterei, das Pferd des Wilden Westens. Mit ihm wurden die großen Viehtriebe gemacht, mit seinem Cowboy ging es durch Dick und Dünn.
Ursprünglich bildeten sich die Quarter Horses aus spanischen Pferden und ihren Nachkommen (z.B. Mustangs) und Englischen Vollblütern. Die Bildung des heutigen Quarter Horses zog sich mehr als 2 Jahrhunderte hin.
Heute ist das Quarter Horse die größte Zuchtbuchrasse der Welt. Im Zuchtbuch sind über 3 Millionen Pferde eingetragen.
Die heutige Zucht hat sich mit moderen Blutlinien auf die verschiedenen Disziplinen des Westernreitens spezialisiert.
Exterieur
Man wünscht sich das Quarter Horse als einen Quadratpferdetyp, die Höhe sollte also etwa der Rumpflänge entsprechen. Der Körperbau soll gut bemuskelt und insgesamt beeindruckend hamonisch wirken.
Durch das nicht zu große Stockmaß soll das Pferd wenig sein und eine gute Balance haben. Einen festen Stand geben die relativ weit auseinanderstehenen Beine. Die Hinterhand weist einen sehr guten Muskelaufbau aus, was das Quarter Horse oft überbaut erscheinen lässt. Das Skelett zeigt jedoch keine Überbauung.
Ein Quarter Horse hat gute "Hosen", das heißt eine ausgeprägte Oberschenkelmuskulatur (Gaskins). Sein Gewicht erreicht ca. 450 - 650 kg.
Beine, Gelenke und Hufe sollen dem Gewicht entsprechend gut ausgebildet und korrekt sein. Leider kam es bei dieser Rasse gerade hier zu Problemen, die zu frühzeitiger Lahmheit führten. Klare Sehnen sind obligatorisch. Die Sprunggelenke sollen sehr beweglich und relativ niedrig angesetzt sein.
Die Halsung in mittellang und endet mit einem gut angesetzten Kopf mit gerader Nasenlinie und kleinen Ohren. Die Augen sind groß und strahlen Ruhe aus.
Die Farben
AQHA (American Quarter Horse Association) unterscheidet 13 veschiedene Farben sowie unterschiedliche Abzeichen.
Diese sind:
- Sorrel (Fuchs) am häufigsten vertreten
- Bay (Braun) ebenfalls häufig
- Chestnut (Dunkelfuchs) schon seltener anzutreffen
- Palomino (Isabell) ebenfalls seltener
- Gray (Schimmel aller Arten) seltener
- Brown (Dunkelbraun, Schwarzbraun) selten
- Black (Rappe) selten
- Buckskin (Falbe) selten
- Dun (Falbe mit Aalstrich) selten
- Red Dun (Rotfalbe mit Aalstrich) selten
- Red Roan (Rot-Weiß Schwarze Deckhaare) sehr selten
- Blue Roan (Schwarz Weiße Deckhaare) sehr selten
- Grullo (Mausfalbe) extrem selten
Die Gangarten wünscht man sich extrem flach, was bei der langen Arbeit im Westernsattel auch nötig ist. Eine spezielle Art ist der Jog, ein sehr sehr langsamer Trab, der sehr bequem zu sitzen ist. Ein gutes Quarter Horse hat diesen Jog bereits "im Gen".
Die Schulter soll lang und schräg sein und die Kruppe lang abfallen, dass unterstützt die bequemen Gänge. Ansonsten verfügt das Quarter Horse über die üblichen Grundgangarten, beim Westernreiten genannt, Walk, Jog und Lope.
Geschichtliches
Der erste bedeutende Import englischer Pferde kam erst im Jahr 1611 nach Virginia. Diese Pferde führten englisches, spanisches und östliches Blut. Aus Kreuzungen mit den heimischen spanischen Pferden entstand das Quarter Horse. Die sportliebenden englischen Siedler veranstalteten mit diesen Pferden Rennen über eine Viertelmeile (quarter mile), daher auch der Name Quarter Horse.
Im März 1940 wurde dann die AQHA gegründet. Diese registrierte nun die Daten den bekanntesten Quarter Horses im Land, den sogenannten Gründerpferden der Rasse. (Foundation Sires)
Bereits einige Jahre später waren über 2000 Pferde im Stutbuch verzeichnet. Herausragende Hengste wie z.B. Bill Cody, Joe Cody, Old Sorrel usw. finden sich in den Abstammungsnachweisen heutiger herausragener Quarter Horses und werten den Preis dieser auf. Aufgrund dieser Vorfahren können Rückschlüsse auf die Disziplin geschlossen werden, für die sich ein Quarter Horse eignet.
Hinweis:
Dieses Rasseportrait entstammt der Seite http://www.pferderassen.net wo wir für Sie mehr als 120 Rasseportraits aller Pferderassen zusammengestellt haben. Schauen Sie doch einmal vorbei, es lohnt sich!
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Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Online-Magazin Pferdekurier und ist dort unter der URL www.pferdekurier.de/artikel--lesen--333.html veröffentlicht.
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