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Englisches Vollblut

Ursprung

Das englische Vollblut entstand in England aus Kreuzungen von Stuten der Landrasse (Galloway) mit edlen orientalischen Hengsten (Berber, Araber, Türken) mit dem Ziel, schnelle und ausdauernde Pferde zu züchten.

Zuchtgebiet(e)

  • Grossbritannien

Allgemeines zur Pferderasse

Ein Vollblüter ist etwas besonderes, außergewöhnliches. Das paßt zu dem Slogan „Vollblut – die interessanteste Pferderasse der Welt“. Die Rasse entstand in England aus Kreuzungen von Stuten der Landrasse (Galloway) mit edlen orientalischen Hengsten (Berber, Araber, Türken) mit dem Ziel, schnelle und ausdauernde Pferde zu züchten.

Exterieur

  • Lange, weiche Fesseln
  • Harmonischer + leichter Körperbau
  • Schlanker tief angesetzter Hals
  • Leichter, hochedler Kopf

Interieur

  • Nervös
  • Im Stall sehr gelassen
  • Ertragen problemlos lange Transporte, fremde Ställe, viel Trubel
  • Hellwach

Zuchtgeschichte

Nach Angaben des Engländers J. Osborne geschah dies bereits um 1200. Nachweislich wurden zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Newmarket, ca. 100 km nördlich von London, die ersten Rennen durchgeführt. Als offizielle Geburtsstunde der Vollblutzucht muß man die 1793 in England erfolgte Herausgabe des ersten Gestütbuches (General Stud Book) ansehen. Dazu wurden 1791 in einer Art Vorbuch alle um diese Zeit verwendeten heimischen und eingeführten Stuten und Hengste zusammengefaßt. Auf dieses erste Gestütbuch sind alle Vollblüter nunmehr über mehr als 30 Generationen hinweg lückenlos zurückzuführen. Die drei sogenannten Stammväter Byerley Turk, Darley Arabian und Godolphin Arabian, die um 1700 nach England eingeführt wurden, sind unter den Vorfahren von mindestens 80 Prozent aller Vollblüter der Welt zu finden.
Die Auswahl von Zuchttieren erfolgt seit jeher aufgrund einer scharfen und einzigartig konsequenten Prüfung in Rennen. Seit 1709 werden die Ergebnisse aller Galopprennen mit sämtlichen Einzelheiten in Rennkalendern aufgeführt. Nur der Vollblüter, der im Rennen gesund und schnell genug ist, wird zur Weiterzucht verwendet. Die systematische Leistungsprüfung des Galopprennsports ist beispielhaft für die gesamte Tierzucht.

Die Vollblutzucht wird deshalb mit Recht „Krone der Tierzucht“ genannt. Vollblut wird seit mehr als 30 Generationen ohne fremde Blutzufuhr nur nach der Rennleistung gezüchtet und hat aufgrund dieses Ausleseverfahrens (Härte, Schnelligkeit, Ausdauer und Charakter) die schnellsten und edelsten Pferde hervorgebracht. Jedes Vollblutpferd ist in einem international anerkannten Gestütbuch für Vollblut eingetragen. Lückenloser Abstammungsnachweis ist dabei oberstes Gebot.

Ausgehend von England haben sich die Vollblutzucht und der Rennsport auf die ganze Welt ausgedehnt. In Deutschland wurden die ersten Rennen 1822 in Bad Doberan (Mecklenburg) abgehalten.

Der erste deutsche Rennkalender wurde 1836 erstellt und der erste Band des Allgemeinen Deutschen Gestütbuchs (ADGB) erschien 1847. Die Vollblutzucht wurde damals hauptsächlich in Schlesien und Mecklenburg betrieben und verlagerte sich erst später ins Rheinland und andere Bezirke Deutschlands.

Von den Ursprüngen bis heute wurde das System an Leistungsprüfungen immer weiter verfeinert und ausgeklügelt. Betrugen die Renndistanzen im 17. Jahrhundert noch 6000 bis 9500 Meter und die Reitergewichte zwischen 50 und 76 Kilogramm, so hat sich dies erheblich gewandelt. Die meisten Rennen auf flacher Bahn werden über Distanzen zwischen 1000 und 2800 Meter gelaufen. Auch beginnt man schon wesentlich früher mit den Leistungsprüfungen, denn Vollblüter sind frühreife Pferde. Ihre ersten Rennen absolvieren viele schon als Zweijährige. (Vor 300 Jahren waren die meisten Rennpferde sechsjährig oder älter.) Das Ergebnis dieser Leistungsprüfungen sind verläßliche Aufschlüsse über die Eignung zur Zucht. Soweit der „ernste“ Hintergrund der Vollblutzucht und des Galopprennsports, der heute in etwa 90 Ländern betrieben wird und weltweit gesehen der Zuschauersport Nummer eins geworden ist. Eine besonders aktive Freizeitgestaltung mit viel Bewegung an der frischen Luft. Dabei geht es um Spannung, Kampf und Ästhetik für die meisten Zuschauer ebenso wie um das Wetten. Die Wette ist für viele überhaupt erst das Salz in der Suppe. Wetten sorgt nämlich für Entspannung durch Spannung…

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