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Oldenburger

Ursprung

Auf der Basis der Marschpferde begann man schon im 17. Jahrhundert mit der Zucht. Durch Einkreuzung von neapolitanischem und spanischem Blut entstand der eleganten Karossier, der bei betuchten Menschen sehr beliebt war und häufig an europäischen Fürstenhöfen zu finden war.

Benannt wurde die Rasse nach dem Grafen von Oldenburg, der stark an der Entwicklung dieser Rasse beteiligt war.

Mit dem neuen Körgesetz von 1819 wurde die Zuführung von neapolitanischem und spanischem Blut beendet. 1861 wurde das Stammregister errichtet, ergänzt wurde es 1897 durch das Pferdezuchtgesetz. Der nun in Reinzucht gezüchtete Oldenburger entwickelte sich zu einem schwereren Typ, der gern als Wagenpferd oder für die Landwirtschaft genutzt wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg entstand der heutige Turniersport und es kam der Wunsch auf, den schweren Oldenburger zu einem moderen Sportpferd weiter zu entwickeln, was durch Einkreuzung von Vollblütern wie Adonis xx, Lupus xx und Anglo-Normannen wie Furioso II und Condor geschah.

Zuchtgebiet(e)

  • Deutschland
  • Weltweit

Allgemeines zur Pferderasse

Der Oldenburger ist ein korrektes und fruchtbares Pferd mit schwungvollen, raumgreifenden, elastischen Bewegungen, das aufgrund seines Temperamentes, seines Charakters und seiner Rittigkeit für Reitzwecke jeder Art geeignet ist. Früher stellte das Oldenburger Pferd die schwerste deutsche Warmblutrasse dar, heute ist es dank Vollbluteinkreuzung zu einem sehr elegantes sportlichen Pferd geworden, dass aber immer noch über die guten Grundeigenschaften des alten Typs verfügt.

Exterieur

  • Gute Oberlinie, sehr harmonisches Gebäude im Rechtecktyp. Deutlich ist der Vollbluteinfluss zu sehen.
  • Der Kopf ist trocken und edel, mit großen Augen, Ohren in passender Länge, eine breite Stirn und gerades Profil, evtl. leicht ramsnasig.
  • Langer, muskulöser Hals, guter Widerrist.
  • Die Schulter ist stark und schräg angestetzt, was das Gangvermögen positiv beeinflusst. Eine breite Brust fördert eine gute Sattellage.
  • Die Kruppe fällt mäßig ab, der Schweif ist hoch angesetzt.
  • Trockenes Fundament mit guten Gelenken und gesunden Hufen.
  • Hervorragendes Gangwerk, welcher den Einsatz für alle sportlichen Disziplinen ermöglicht

Interieur

  • Sensible
  • Temperamentvoll
  • Freundlich
  • Anhänglich
  • Robust
  • Gutmütig
  • Leistungsstark
  • Vielseitig

Zuchtgeschichte

Unter Graf Anton Günther von Oldenburg (1603-1667), der als großer Pferdekenner und Förderer der Pferdezucht galt, erreichte die Zucht der Oldenburger Pferde bereits europaweite Bedeutung.
Die Folgezeit war geprägt durch drei wichtige Ereignisse: Die erste staatlich verordnete Hengstkörung im Jahre 1820, die Einführung eines Stammregisters 1861 und die Gründung zweier Pferdezuchtverbände durch das Pferdezuchtgesetz vom 9. April 1897. Diese schlossen sich 1923 zusammen zum heutigen „Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes e.V.“.
Es folgten erste züchterische Veredlungsmaßnahmen durch den Einsatz der Hengste Lupus xx (1935) und Condor (1950).

Veredelungsprozess

Mit dem Einsatz des Vollblüters Adonis xx (1959), dem in rascher Folge weitere Vertreter seiner Rasse folgten, wurde in den 60er Jahren die Wende der Zucht in Richtung modernes Reitpferd eingeleitet.
Nach den einstmals mit Condor gemachten guten Erfahrungen besannen sich Oldenburgs Hengsthalter Ende der 60er Jahre wieder auf den Einsatz französischer Beschäler. Kaum ein zweites Zuchtgebiet hat mit Hengsten französischer Herkunft vergleichbare Erfolge erzielen können wie Oldenburg.
Furioso II war der erste Anglo-Normanne in der züchterischen Neuzeit. Pferdezüchter aus aller Welt sprechen auch heute noch mit Hochachtung von diesem Beschäler. Französische Anglo-Araber, wie z.B. Inschallah AA, wurden stets dosiert, aber mit großem Erfolg in Oldenburg eingesetzt.

Erfolgreiche Sportpferdezucht

Durch die Kombination verschiedenster Blutströme auf der Grundlage der Oldenburger Stutenstämme ist es unseren Züchtern innerhalb eines vergleichbar kurzen Zeitraumes gelungen, ein Pferd zu züchten, das mittlerweile zur Spitzengruppe moderner Sportpferdezuchten gehört. Wovon klangvolle Namen beredtes Zeugnis ablegen wie der des Oldenburger Deckhengstes Donnerhall, zweimaliger Mannschaftsweltmeister unter Karin Rehbein und wie kein Zweiter für die gelungene Synthese von Zucht und Sport stehend. Zu nennen sind hier auch die Auktionsstute Weihaiwej, mit Franke Sloothaak 1984 Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Springen, und der unter Anky van Grunsven für die Niederlande startende Bonfire, der allein vier olympische Medaillen in der Dressur gewann, darunter die Goldene in der Einzelwertung von Sydney 2000. Aktuell sind °Sandro Boy und Anka mit Marcus Ehning, °Couleur Rubin mit Ludger Beerbaum, Arko III mit Nick Skelton (GBR) und °Sterntaler-Unicef und Renoir-Unicef mit Ann Kathrin Linsenhoff, °Escapado mit Carl Hestr (GBR) und °Aramis mit Hubertus Schmidt etc. im Großen Sport erfolgreich.

Im Rampenlicht

Jahr für Jahr beweisen die vierbeinigen Oldenburger Sportler eindrucksvoll auf allen wichtigen nationalen und internationalen Championaten und Nachwuchschampionaten, dass Oldenburg weltweit zu den führenden Sportpferdezuchten gehört. Dabei liegt in der Kombination von Leistungsbereitschaft, Leistungsvermögen, Rittigkeit und moderner Typausprägung sowie in der liberalen Zuchtpolitik das Erfolgsrezept der Pferde mit dem gekrönten O.

Quelle(n)

© Tosca Süto, www.equine-photo.de

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