Tersker
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Tersker

Zuchtgebiet(e)

  • Sowjetunion

Allgemeines zur Pferderasse

1948 wurde die Rasse des Tersker Pferdes als eigenständige Rasse anerkannt. Begegnet man einem Pferd der Tersker Rasse, so wird man zunächst vermuten, einen Araber vor sich zu haben.

Exterieur

Der Röhrbeinumfang beträgt et 19-20 cm, der Kopf ist mittelgroß und hat ein gerades Nasenprofil, Hals und Rücken haben eine mittlere Länge (Quadratpferd), die Beine sind mit glaskaren Sehnen und ausgeprägten Gelenken.

Interieur

Schnelligkeit, Härte, Ausdauer und ihre sprichwörtliche Lernwilligkeit befähigen die Tersker zu den verschiedensten Aufgaben im Reitsport.

Zuchtgeschichte

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand im Staatsgestüt Tersk, der heutigen Metropole russischer Vollblutaraber eine Rasse, die den Namen dieser Gegend auch heute noch trägt: der Tersker. „Die Züchter hatten sich vorgenommen, einen Steeplechaser mit der Geschwindigkeit und der Ausdauer eines Arabers und der Robustheit eines einheimischen Pferdes zu entwickeln.“ (aus Bassermann, Handbuch Pferde, S.McBane / H. Douglas-Cooper, S. 135) Die Stammpferde dieser Rasse sind inzwischen ausgestorbene Streletzker Araber, die vom Grafen Alexius Gregorewitsch Orlow etwa 1804 in Streletzk gezüchtet wurden. Zuchtmaterial stammte überwiegend aus Babolna (ungarische Halbblüter und Shagyas), Crabbet Park (engl. Vollblutaraber) und Janow Podlaski (poln. Vollblutaraber und Halbblüter), die dann gepaart mit einheimischen Ukrainer Stuten eine neue Rasse ergaben. Deshalb unterschieden sich die Streletzker Araber auch kaum von Vollblutarabern, ganz im Gegenteil, sie wurden phänotypisch ebenso eingeteilt wie jene: Muniqi, Kuhaylan und Siglawi. Schimmel und Füchse waren in der Überzahl.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Gestüt des Grafen Stroganow, in Südwest-Russland die Orlow-Rostopschiner – eine Mischung aus den schnellen, kräftigen Orlow-Trabern und den gefälligen, schlanken Englischen Vollblütern einerseits und den anglo-arabisch beeinflussten Reitpferden des Grafen Rostopschin andererseits mit hauptsächlich zwei arabischen Hengsten beeinflusst, die aus Polen, bzw. Barain kamen: Obeyan II und Begri-Bagrain. Beide Hengste hatten silber glänzendes Fell und vererbten dies auch ihren Nachkommen, die jetzt Streletzker Araber hießen. Ein Vertreter dieser Rasse erhielt 1867 und 1900 auf der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille. Leider verloren über 1,5 Millionen Tersker im I. Weltkrieg ihr Leben, weitere große Verluste waren auch in der Oktoberrevolution zu verzeichnen. 1921 gab es kein einziges Orlow-Rostopschiner Pferd mehr und von den Streletzker Arabern waren lediglich 6 Pferde übrig, 4 Stuten und 2 Hengste.
1925 legte Oberst Semjonow Michailowitsch Budjonny, der Kommandeur der Ersten Kavallerie einen neuen Zuchtplan auf und verlegte das Gestüt in den nördlichen Kaukasus. Eigentlich sollten die Streletzker Araber rückgezüchtet werden. Die erwünschten Eigenschaften sollten sein: Ausdauer, Härte, Herdentauglichkeit und die Eigenschaften eines guten Reitpferdes. Also wurde mit den verbliebenen 6 Streletzkern, sowie Crabbet und Terker Vollblutarabern, aber auch einigen Don und trittsicheren Gebirgspferden gezüchtet, zum Beispiel Karabaghen und Kabardinern aus dem Nordkaukasus.
1944 wurde von der Sowjetunion der Auftrag erteilt in Tersk nur noch reinrassige Vollblutaraber zu züchten; die Streletzker Araber zogen um nach Stawropol, also in den Nordkaukasus, wo sie bis zum heutigen Tag gezüchtet werden. Aus dem Plan, die Streletzker rückzuzüchten wurde jedoch nichts. 1948 erkannte man, dass die Rasse, die jetzt entstanden war, eine eigene, originäre Rasse, und nannte sie Tersker.

Die Stammväter des Pferdes der Tersker Rasse waren reinrassige Vollblutaraber, aber auch veredelte Don, Kabardiner, Karabaghen, Orlow-Rostroptschiner Halbblüter und englische Vollblüter wurden eingesetzt, um Kaliber und Rahmen etwas zu vergrößern. Die Mütter stammten überwiegend aus dem Bestand der Streletzker Araber, die es inzwischen nicht mehr gibt. Aber auch ihrerseits spielten die Tersker dann als Veredeler bei anderen sowjetischen Rassen eine nicht unerhebliche Rolle (z. B. der Einsatz von Terskerhengst „Timur“ bei den Karabaghen).In wohl fast allen Pedigrees der Tersker fällt auf, daß ganz bestimmte Linien häufig vertreten sind: die „Z“ oder auch „C“-Linie (je nach Übersetzung): Zian, Zylindr I von Zennij 1899, Zikl 81 von Zian, Zement 27, dessen Vater Zenitel II und dessen Großvater Zenitel 1 von Zennij 1899 und auf arabischer Seite Piolun ox über seinen Sohn Priboj ox und dessen Söhne Paradox ox und Pomeranets ox, aber auch so erlauchte Namen wie Nil ox über seine Tochter Panel ox und Arax ox von Amurath Sahib aus der Angara. Obwohl der Anteil der Vollblutaraber im Pedigree 25 % nicht übersteigen darf, ist das arabische Erbe nicht zu verleugnen.

Quelle(n)

www.karabagh.de

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