Tiger Horse
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Tiger Horse

Ursprung

Pferde des Himmels

So nannten die Könige und Fürsten der Steppe ihre edle Reitpferde, mit denen sie einst ganz Asien beherrschten. Eine besondere Gattung dieser Pferde kam aus dem Grenzgebiet zwischen Sibirien und China, dem Altai Gebirge.

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Pferde des Himmels

So nannten die Könige und Fürsten der Steppe ihre edle Reitpferde, mit denen sie einst ganz Asien beherrschten. Eine besondere Gattung dieser Pferde kam aus dem Grenzgebiet zwischen Sibirien und China, dem Altai Gebirge.Vor fast 2000 Jahren lebte hier eine Pferderasse, die für ihren Mut, ihren wundervollen Charakter, ausgergewöhnliche Farbe und vor allem auch ihre ausergewöhnlichen Gänge bekannt waren. Hohe Herrschaften des gesamten asiatischen Raumes bedienten sich dieser Pferde zu Präsentations- und Kriegszwecken. Der heutige Name Tiger Horse kommt daher, dass die Chinesen diese ausgesprochen mutigen Pferde nebst zur gefährlichen Jagd auf den sibirischen Tiger einsetzten.

Exterieur

Im Gegensatz zu den manchmal wild gekreutzen gangveranlagten Appaloosas, die in den USA oft mit den Tiger Horses verwechselt werden, ist das Tiger Horse eine in punkto Exterieur recht einheitliche Rasse.

Tiger Horses kann man grob als “leichte Barockpferde” bezeichnen. Sie weisen sowohl die Charakteristika der alten Barockrassen, als auch jene des grazilen Steppenpferdes auf.

Vom Stockmas liegen sich zwischen 145 und 165 cm, ein Maß von 150-155 cm gilt als optimal. Mähne und Schweif sind fein, manchmal eher spärlich, der Kopf ist edel mit oft deutlich arabisch/berbischem Erscheinungsbild.

Das Gesamtbild soll das eines athletischen Pferdes widerspiegeln – die extremen Rundungen der Barockrassen sind ebenso unerwünscht wie die oft extreme Feinheit der Vollblüter

Farben

Tiger Horses müssen spezielle Kriterien erfüllen um registriert zu werden. Eines davon ist die Zugehörigkeit zu einer gewissen Farbgruppe.

Übereinstimmend in allen Farbvarianten müssen jedoch gestreifte Hufe, gesprengkelte/gefleckte Haut und „Menschenaugen“ sein.

Die am häufigsten verbreitete Farbe ist der Leopardschecke. Alle Varianten sind erlaubt und vergleichbar mit dem Farbspektrum der Appaloosa

Hierauf folgen die Roans, was man grob mit Stichelhaar übersetzen könnte.

Die seltenste und dadurch begehrteste Farbe bei den Tiger Horse sind die „Ghost Horses“. Diese Farbe galt früher beispielsweise bei den Indianern als heilig. Einen Ghost zu beschreiben ist schwierig, da es nichts gibt was mit dieser Farbe vergleichbar wäre. Ghosts sehen aus als wäre an ihren Gliedmasen jemand mit dem Airbrush zugange gewesen, sprich, sie haben dunkle Beine, einen dunklen Kopf/Hals und meist auch dunkle Ohren. Bei den Beinen kommt eine Besonderheit über den Hufen zu – echte Ghost Horses erkennt man daran dass sie über allen Hufen am Röhrbein eine dunkelfarbene „Pyramide“ haben. Innerhalb dieser Farbe gibt es noch viele Varianten die Red Ghost, Grey Ghost, Snowcap Ghost und noch vieles mehr! Da sich diese Farbe nicht direkt vererbt sondern oft eine Generation überspringt ist das Züchten eines Ghost Horse fast schon eine Kunst und diese Pferde sind nahezu unbezahlbar!

Manchmal werden auch einfarbige Pferde ins Zuchtregister aufgenommen, aber nur dann wenn beide Eltern eingetragen sind. Dann kann gewährleistet werden dass die Nachkommen des Einfarbigen mit Sicherheit wieder Farbe zeigen!

Gangwerk

Neben Schritt, Trab und Galopp muss das Tiger Horse mindestens eine weitere Gangart beherrschen. Bei vielen ist das Gangspektrum jedoch so ausgeprägt, dass sie bis zu 9 Gänge insgesamt beherrschen können.

Ein Beispiel hierfür ist wieder Shadow : Schritt, Spanish Walk ( NICHT Spanischer Schritt sondern ein einfach recht schneller Schritt!), Fox Walk, Fox Trott, Indian Shuffle, Jog, Trab, Lope und Canter. Die Natürlichkeit seiner Veranlagung stellt Shadow auf seinen Shows immer wieder unter Beweis in dem er einen Ausschnitt aus diesem breiten Gangspektrum am HALSRING und OHNE SATTEL zeigt!

Die Tiger Horse Registry erlaubt alle diese Varianten und unterteilt ihre Pferde in lateral, diagonal und square veranlagte.

Einziges Kriterium ist die GANGMANIER an sich – übermäßige Aktion ist nicht erwünscht. Tiger Horses sollen nicht die neuen Gangpferdewunder für den Showring werden, sondern durch regelmäßige und weiche Gänge, die für jedermann leicht nachzureiten sind, beeindrucken. Man wünscht sich einen lockeren, mittleren Raumgriff und eine Gangmanier die es dem Pferd ermöglich kräftesparend vorwärtszukommen – also eigentlich genau wieder das , weshalb sich die Menschen ursprünglich einmal für Gangpferde entschieden hatten!

Als perfekt gilt natürlich der Square Gait, Tiger Horses die diese Gangvarianten beherrschen erhalten die Zusatzbezeichnung „Performance Tiger“; während Pferde welche kaum oder mangelhafte Gangveranlagung zeigen lediglich als „Working Tiger“ eingetragen werden

Interieur

Ein freundliches, menschenbezogenes Wesen war von Anfang an bei der Wiederauferstehung dieser Rasse eines der Hauptkriterien. Tiger Horses sollen ihren Besitzern in erster Linie Spass machen und von einem derart guten Temperament sein dass jeder mit ihnen zurechtkommt.

Dennoch darf man ihre Freundlichkeit nicht mit Trägheit vergleichen – im Gegenteil. Tiger Horses sind hochintelligent und arbeitsfreudig. Viele von ihnen sind des weiteren auch extrem „Showy“ und lieben es sich zu präsentieren.

Zuchtgeschichte

In einem Grab in Korea, das auf 500 n Chr datiert wurde, fand man eine Holztafel welche ein sogenanntes „Pferd des Himmels“ zeigte. Dieses zierliche Pferdchen, welches nahezu ein Ebenbild der heutigen rückgezüchteten Tiger Horses ist, ist cremeweiß mit den typischen „Ghost marks“ und zeigt mit 4 Beinen einen lateralen Gang. Zusätzlich hat es noch 4 „mystische“ Beine, welche zeigen sollen dass es ein „Pferd des Himmels“ ist, also ein Pferd mit extrem weichen Gangarten. Es wird vermutet dass dieses Bild das Portrait des liebsten Reittieres des verstorbenen Königs sei.

Ob diese Pferde je eine wirkliche Rasse, oder nur ein beliebter Pferdetyp waren, bleibst umstritten. Fakt jedoch ist dass diese Pferde irgendwann einfach verschwunden sind. Dann und wann tauchten wieder ähnliche Pferde mit diesen Merkmalen auf, doch sie waren stets so selten dass sie immer einer priviligierten Oberschicht vorbehalten waren. Man denke nur an die getupften Pferde der Barockzeit, die „heiligen Pferde“ der Indianer etc. Viele dieser seltsam gefärbten Pferde zeigten laterale Gänge, was einen gemeinsamen genetischen Ursprung vermuten lässt.

Einige Nachkommen des urpsprünglichen Tiger Horses dürften auch die legendären Spanischen Genetten sein, die auch , was wenige wissen als „El Caballo Tigre“ bekannt waren. Und genau wie bei den Tiger Horses streitet man sich mittlerweile ob das tigergescheckte Spanische Jenet je eine Rasse gewesen ist!

Gott sei Dank verschwinden Gene oft erst nach Millionen von Jahren, was das Rückzüchten alter Rassen recht gut möglich macht.

Vor etwa 20 Jahren kam Victoria Varley, eine erfahrene und erfolgreiche Distanzreiterin aus den USA, auf die Idee diesen Typus Pferd wieder auferstehen zu lassen. Ihr Traum war es aus den vorhandenen Gen Pools der getupften Pferderassen und der gangveranlagten Pferderassen wieder das ursprüngliche Tiger Horse zu kreiren. Da Victoria Varley auch Künstlerin ist, betrachtete sie auch die Zucht dieser Pferde als Kunstform. Das Beste war gerade gut genug, die Anforderungen an den Breeding Stock sind bis heute so immens, dass nur eine Handvoll Pferde weltweit diese Standards erfüllen kann. Qualität statt Quantität soll es wieder sein – wie die einstigen Fürstenpferde.

Bevor diese Rasse dann ausstarb wurde sie jedoch noch in vielen Ländern mit anderen Rassen vermischt, was bedeutet, der alte Gen Pool ist noch da – es wird nur eine Weile dauern ihn wieder von unerwünschten Einflüssen zu „reinigen“

Tiger Horse heute

Auf Annandales Tiger Horse Farm in New Mexico wurde 20 Jahre lang still vor sich hingezüchtet ehe die ersten Produkte dieses Versuches ans Licht der Öffentlichkeit traten. Da war 1995 – und seither feiern die Tiger Horses einen wahren Siegeszug in der amerikanischen Pferde High Society. Waren es früher einst hohe Würdenträger, Könige und Schamanen denen diese Pferde vorbehalten waren, so sind es heute Wirtschaftsbosse, Medienstars und Americas Obere 10.000 die solch ein Pferd ihr eigen nennen.

Die Tiger Horse Breed Registry stellt Papiere für diese Tiere aus. Die Kriterien sind wie gesagt sehr streng, es werden nur in absoluten Ausnahmefällen Pferde registriert welche nicht auf die Gründerhengste zurückgehen. Das Zuchtziel ist ein nobles Pferd mit ausergewöhnlicher Farbe, unvergleichbarem Charakter, Temperament und Spezial-Gangwerk.

Die Registry

Momentan gibt es zwei Registrys in den USA, beide unter Verwaltung von Victoria Varley von Annandales Tiger Horse Farm.

The Tiger Horse Breed Registry(c)

Dies ist sozusagen das “Vorregister” in das auch noch Pferde, welche nicht von den Tiger Horse Gründerhengsten abstammen, aufgenommen werden können. Hierfür müssen die Pferde jedoch strenge Kriterien in Bezug auf Erscheinungsbild, Farbe, Abzeichen und vor allem auch Gangwerk erfüllen. Pferde, welche hier als „High Quality Tiger“ eingetragen werden haben später eine Chance auch ins

ROYAL STUD BOOK OF TIGRE INTERNATIONAL(c)

Aufgenommen zu werden. Hierbei muss man jedoch sagen dass dieses Royal Stud book schon sehr bald komplett geschlossen wird. Bisher ist es noch möglich hineinzukommen wenn ein Hengst 5 Nachkommen hat welche ebenfalls den Kriterien entsprechen, bei Stuten genügen 3 Nachkommen.

Quelle(n)

www.pegasus-system.com

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