Welsh Pony (B)
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Welsh Pony (B)

Ursprung

Das Welsh Pony kommt aus  ursprünglich England.

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Geeignet  als Show und Turnierpony.

Exterieur

Kopf: Edel u. trocken, nicht zu lang, mit breiter Stirn, und kleinen Ohren, die konkav mit den Spitzen zueinander zeigen. Großes waches Auge, Ganaschenfreiheit.
Hals: Genügend lang u. gut angesetzt, schlank u. fein bei Stuten, gewölbt mit Aufsatz bei Hengsten.
Leichtes Genick.
Körper: Stark bemuskelter, mittellanger, leicht geschwungener Rücken, melonenförmige, längliche Kruppe mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem Schweif. Große Gurttiefe und gute Rippenwölbung, lange, schräge, gut gelagerte Schulter mit nicht zu hohem Widerrist.
Fundament: Kräftig, trocken, kurze ovale Röhren mit markanten Gelenken. Mittellang gefesselt, gut geformte runde feste Hufe.
Bewegung: Raumgreifend, elasisch, frei aus der Schulter, mit energischem Antritt und Schub aus der Hinterhand. Takt.

Interieur

Bei der Sektion B gibt es verschiedene Typen.
Einmal haben wir das kompakte, mit gutem Fundament versehene Pony, das meist dazu einen ruhigen ausgeglichenen Charakter besitzt.
Dann gibt es das feingliedrigere elegantere Pony, das oft sehr temperamentvoll ist.
Hier laufen viele Meinungen auseinander, was denn nun das „bessere“ B Pony sei.
Hier ist der Kaufinteressent gefragt, was er denn für welchen Zweck sucht. Fortgeschrittene Reiter/innen können mit einem temperamentvollen Pony im Sport absolut Erfolge erzielen.
Anfänger oder junge Reiter/innen werden eher den ruhigen Charakter,- und Wesensfesten Typ suchen. Da es gerade beim Welsh-B Pony viele Typvarianten gibt, wird man hier sicher irgendwie fündig werden.

Zuchtgeschichte

Für die jüngste Sektion wurde der Grundstock durch die WPCS erst 1931 gelegt. Der Wunsch nach einem etwas größeren, sportbetonteren Pony für die Kinder die ihrem Welsh-A entwachsen waren, war in den davor liegenden Jahren immer stärker geworden.

Schon zu dieser Zeit wurden eigentlich nur noch Ponys die rein Welsh gezogen waren, ins Stutbuch aufgenommen. Um jedoch den gewünschten Typ des Welsh-B zu etablieren wurden zwei Halb-Orientalen zur Zucht zugelassen: der 1924 geborene Tanybwlch Berwyn – Sohn eines 149cm großen Berbers namens Sahara und der Welsh A Stute Brynhir Black Star und der 1927 geborene Craven Cyrus, Sohn des Araber-Hengstes King Cyrus ebenfalls aus einer A-Stute.

Bis 1944 waren diese beiden Hengstlinien die einzigen in der jungen B-Zucht. In diesem Jahr kam Criban Victor zur Welt, Sohn des Welsh Mountain Hengstes Criban Winston, der auf der Mutterseite seines Pedigrees Cob-Blut führte. Er lieferte einen wertvollen Outcross für die Zucht denn er wurde in die Sektion B eingetragen, was einige Jahre später nicht mehr möglich gewesen wäre.

Um die Zucht auf eine breitere Basis zu stellen und ein höheres Stockmaß zu sichern wurde 1930 das „Foundation Stock“ System eingeführt. Dort konnten Stuten ohne registrierte Abstammung (häufig sparten sich die Bauern die Kosten der Eintragung, wenn ein Welsh-A zum Beispiel ohnehin aus dem Maß wuchs) nach einer Inspektion bezüglich des Typs als sogenannte FS Stute registriert werden. Die weibliche Nachzucht dieser Stuten und eines voll registrierten Hengstes konnte, ebenfalls nach einer positiven Beurteilung ob sie dem korrekten Welsh-Typ entsprach, als FS 1 Stute registriert werden. Die weibliche Nachzucht einer FS 1 Stute von einem registrierte Welsh-Hengst wurde ins FS 2 Register eingetragen. Sowohl männliche, als auch weibliche Nachzucht aus FS 2 Stuten und einem registrierten Hengst konnten dann ohne zusätzliche Inspektion ins Stutbuch eingetragen werden. Diese Praxis erstreckte sich zwar auf alle Sektionen, kam jedoch besonders bei den Sektionen B und C zum Tragen. Dies sorgte in Deutschland einige Zeit für Verwirrungen, da hier zum Teil Hengste aus FS 1 oder FS Stuten gekört wurden, obwohl dies nach walisischer Regelung nicht möglich war. Prominentes Beispiel ist der im Rheinland ursprünglich als Welsh-B gekörte Prämienhengst McOrion, dessen Nachzucht später eben als Welsh-Partbred oder Reitpony eingetragen werden musste, da seine Mutter eine FS1 Stute war.

Seit diesem Jahr tritt bezüglich der Kreuzungen der Sektionen untereinander eine neue Regelung in Kraft. Ponys der Sektion B dürfen nicht mehr zur C und D Zucht verwendet werden. Eine Entwicklung die sich seit längerem abzeichnet, da die Sektion B sich in ihrem Erscheinungsbild doch mittlerweile deutlich von den anderen unterscheidet.

Das in Deutschland wohl bekannteste walisische B-Gestüt ist das 1946 gegründete Downland. Der wohl berühmteste Hengst des Gestüts, Downland Chevalier hat deutliche Spuren in der entstehenden deutschen Reitponyzucht hinterlassen. Downland Blut war heißbegehrt und viele der erfolgreichsten deutschen Reitponys führen es in ihrem Pedigree. Downland Fleetfoot wurde in Westfalen als „Sir“ registriert, brachte 8 gekörte Söhne unter anderem den Körungssieger 1974 Shalom dessen Enkelin Nadin Mutter des heute so populären Dressman ist.

Auch in Holland verdankt man einen der Stempelhengste der Reitponyzucht dem berühmten Gestüt. Downland Folklore, geboren 1977, hat aber auch in Deutschland eine große Schar bekannter Söhne und Enkel wie z.B. Valentino, Pony Power Darling Boy, Folklore oder Zandheuvel`s Sunny Boy.

Das Welsh-B ist jedoch nicht nur die genetische Grundlage für das ca. 10 cm größere Deutsche Reitpony. Es wird vor allem als ideales Kinder-Pony genutzt und unterscheidet sich nicht nur im Stockmaß von den Endmaß –Sportkanonen die das Zuchtziel vieler Reitpony-Züchter zu sein scheinen. Das unentwegte Streben nach reiner Spitzenleistung und einer Stockmaß möglichst nahe an 1,48m, hat so manches Deutsche Reitpony für Kinder eigentlich ungeeignet werden lassen. Zwar wünscht man sich in der B-Zucht natürlich gute Grundgangarten, Springvermögen und Leistungsbereitschaft aber ebenso wichtig bleiben Umgänglichkeit und ein freundlicher Charakter, vor allem gegenüber dem schwächern Kind. Ein „heißer Ofen“ hat in der B-Zucht nichts verloren.

Auch im Fahrsport werden Welsh-Ponys gerne eingesetzt. Überzeugte Welsh –Fahrer wie zum Beispiel Tobias Bücker sprechen oft von der kürzeren Regenerationsphase der Welsh-B gegenüber anderen Pony-Rassen und halten den relativ hohen Araber und Vollblutanteil dafür verantwortlich. Welsh B leisten in allen Sportdisziplinen ausgezeichnete Leistungen und leiden dabei überhaupt nicht unter ihrem rassebedingt kleineren Stockmaß. So absolvieren immer wieder auch kleine B-Hengste die Leistungsprüfung unter dem Sattel mit gutem Ergebnis wie zum Beispiel der 1,30m große Tassilo 2000 in Neustadt/Dosse.

Quelle(n)

http://www.ig-welsh.de


Fotos: Frederieke Rosenthal

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