Welsh Pony Cob (C)
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Welsh Pony Cob (C)

Zuchtgebiet(e)

  • Deutschland
  • Grossbritannien

Allgemeines zur Pferderasse

Die wohl wechselvollste Geschichte unter den Welsh hat die Sektion C hinter sich. Ihre Entwicklung war stets dicht gekoppelt an die wirtschaftliche Entwicklung in Wales. Das Welsh-Pony-im-Cob-Typ war über den längsten Zeitraum seiner Entstehung ein reines Arbeitstier. Kreuzungen zwischen kleineren Welsh und Welsh Cobs schufen diese mittelgroße Sektion, die fast ausschließlich für die harte, tägliche Arbeit gebraucht wurde.

Exterieur

Kopf: klein, trocken, mit konkav geschwungenem Nasenrücken, breite Stirn, Ganaschenfreiheit, großes, lebhaftes Auge, kleine, spitze, hoch angesetzte Ohren, weite Nüstern.

Hals: Genügend lang, gut angesetzt, gewölbt mit gutem Aufsatz bei Hengsten, leichtes Genick.

Körper: stark bemuskelt, deutlich geschwungener Rücken, melonenförmige Kruppe mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem Schweif, breite Brust, schräge, lange Schulter, große Gurtentiefe und gute Rippenwölbung, aufgerichtete Haltung.

Fundament: kräftig, trocken, kurze, ovale Röhren, markante Gelenke, mittellang gefesselt, gut geformte, runde, feste Hufe.

Interieur

Bewegung: raumgreifend, elastisch frei aus der Schulter auch mit Aktion, mit energischem Antritt und Schub aus der Hinterhand, Takt.

Zuchtgeschichte

Das Welsh-Pony-im-Cob-Typ war über den längsten Zeitraum seiner Entstehung ein reines Arbeitstier. Kreuzungen zwischen kleineren Welsh und Welsh Cobs schufen diese mittelgroße Sektion, die fast ausschließlich für die harte, tägliche Arbeit gebraucht wurde.

So erwähnt Dr. Wynne Davies in seinem Buch „Welsh Ponys and Cobs“ die Stute „Bryn Arth Titch“, die 20 Jahre lang ihren Besitzer auf seinen beschwerlichen Reisen während der Decksaison trug. Damals zogen die Hengste im Frühjahr von Hof zu Hof um die Stuten zu decken und David Rees` Premium Cob Hengst „Brenin Gwalia“ war ein gefragter Vererber. Der kleinen Titch, die 27 Jahre alt wurde, blieb die Aufgabe ihren Herren und dessen Gepäck zu tragen.

Doch die Waliser lebten nicht nur von der Landwirtschaft. Der Bergbau veränderte Ende des 18.Jhd. die Gesellschaft. Überall entstanden Kohle- und Erzbergwerke und Ponys-im-Cob-Typ begleiteten diesen wirtschaftlichen Aufschwung vor allem beim Transport von Gebrauchsgütern.

Besonders dramatisch beeinflusste die wirtschaftliche Rezession zum Ende des 20.Jhd. die Zucht. Durch Zechenschließungen verarmten in kurzer Zeit die Bewohner der Bergwerksdörfern und dies entzog auch den Zulieferern aus der Landwirtschaft die Existenzgrundlage.

Der Ausbruch des 2.Weltkriegs drängte die Sektion an den Rand der Ausrottung. Während man die Welsh-Mountains einfach in die Berge entließ und in Wales schon immer galt: „einen Cob verkauft man nicht, auch wenn das Brot knapp wird“ schien das Welsh-C schlicht seiner Daseinsberechtigung beraubt. Wer hält sich schon ein Arbeitstier, für das es nichts mehr zu tun gibt?

1945 gab es nur noch 3 Hengstlinien und der Gen-Pool war erschreckend klein geworden. Der moderne C-Typ verdankt seine Entwicklung dem Engagement einiger passionierter Züchter wie unter anderem dem traditionsreichen Menai – Gestüt. Dort war man dem Welsh-C treu geblieben und paarte gute C-Stuten mit modernen A-Hengsten, obwohl es wirtschaftlich interessanter gewesen wäre, Cobs aus ihnen zu züchten. So entstand ab 1960 der neue Typ mit edlem, ausdrucksvollen Ponykopf, stark bemuskeltem, kräftigem Körper und effektvollem Gangwerk.

In den 70er und 80er Jahren konsolidierte sich die Zucht. Da es jedoch nach wie vor erlaubt ist, alle Sektionen für die C Zucht zu verwenden, kommt es auch heute noch zu Schwankungen im Typ.

Ein wirklich gutes Welsh-Pony-im-Cob-Typ zu züchten ist eine Kunst und erfordert viel Erfahrung und Wissen um den genetischen Hintergrund der Eltern. Die Kreuzung AxD und BxD sollten nur erfahrene Züchter praktizieren, denn die Zuchtgrundlage ist heute so breit, dass nicht nur in England genügend durchgezüchtete Ponys auf dem Markt sind.

Noch immer ist in Deutschland diese Sektion relativ selten vertreten. Doch der Boom im Fahrsport hat die Nachfrage nach diesen harten, kräftigen und zugleich schönen Ponys stark ansteigen lassen. Vor allem in den neuen Bundesländern entstanden schnell erfolgreiche Fahrställe und Gestüte, was angesichts massenhafter Billig-Importe aus Osteuropa, der geringeren Wirtschaftskraft der Region und der doch verhältnismäßig stattlichen Preise für ein Welsh bemerkenswert ist. Auch die stetig steigenden Teilnehmerzahlen auf der Bundesschau der IG-Welsh belegen- das Welsh-C hat den Sprung ins neue Jahrtausend geschafft und einen neuen „Arbeitsplatz“ in der modernen Welt gefunden.

Quelle(n)

http.//www.ig-welsh.de


Fotos: Frederieke Rosenthal

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